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Jazz uf em Platz

Bild zVg © Jazz uf em Platz
Impression vom Muttenzer Dorfplatz am Jazz uf em Platz
 

Das Festival gegen Müdigkeit und Niedergeschlagenheit

►Artikel von Christian Rieder

 

Das ist schon lange so: Immer an einem Samstag in den Sommerschulferien wird Muttenz – oder genauer gesagt das Muttenzer Dorfzentrum – zur Open-Air-Jazz-Meile. Aus der Not entstand einst eine Tugend, oder eben ein Jazzfestival, das seither jedes Jahr von einer bemerkenswerten Zahl Freiwilliger (heute spricht man von «Volunteer») neu auf die Beine gestellt wird. Müde wird man im «Jazz uf em Platz»-Organisationskomitee wohl nie. Jährlich wird ein Programm der Spitzenklasse zusammengeschustert. Tausende pilgern nach Muttenz. Kein Wunder, sagen manche, wacht doch der Schutzpatron gegen Müdigkeit und Niedergeschlagenheit persönlich über das Festival ...!  

 
 

Der 33. «Jazz uf em Platz» findet am Samstag, 15. Juli 2017 statt.

Detailinformationen finden Sie weiter unten!

 
 

Es war 1985, als ein Defizit in der Kasse des Turnvereins Muttenz klaffte. Dieses zu stopfen gab den Anlass, mit ehrenamtlichen Helfern aus dem Verein ein Jazzkonzert auf die Beine zu stellen. Man wollte den Daheimgebliebenen in den Sommerferien etwas Besonderes bieten. Dass ein solches kostenloses Konzert, ein kleines Festival, durchaus Massen bewegen kann, wusste man aus Basel. 1984 ging da nämlich das erste ► «Em Bebbi sy Jazz» über die Bühne, daran orientierten sich die Initianten. Geplant war das Ganze in Muttenz hingegen nur als einmaliger Anlass. Der «Jazz uf em Platz» wurde aber, wie das berühmte Festival in Basel, auf einen Schlag zu einem gewaltigen Erfolg – die Organisatoren entschieden deshalb, das Festival auch in den kommenden Jahren durchzuführen. Und es wuchs und wuchs und wuchs. Immer mehr Jazz-Fans pilgern an diesem Samstagabend in Basels Nachbargemeinde. Heute zählt der «Jazz uf em Platz» im Muttenzer Dorfkern mit seinen Tausenden Besuchern zu den alljährlichen Höhepunkten im Muttenzer Dorfgeschehen, ein Happening, das nicht mehr wegzudenken ist – das ist auch für Nichtmuttenzer klar. Und die Besucherinnen und Besucher sind jeweils so trinkfreudig, dass auch das mit der Kasse bestens aufgeht. Meistens mindestens.

 

Als Veranstalter zeichnet der Verein «Jazz uf em Platz» verantwortlich. Noch heute ist aber der Turnverein Muttenz massgeblich eingebunden. Der Turnverein alleine stellt 250 freiwillige Helfer für den Dorfplatz, wo auf zwei Bühnen gespielt wird; auf jener vor dem Gemeindehaus und auf jener vor der Kirche. Die Guggemuusig Schänzli-Fäger hingegen kümmert sich in Eigenregie um den so genannten Mittenza-Parkplatz, wo die dritte Bühne zu finden ist.

 

Für die Organisatoren wichtig ist, dass dem wunderschönen Dorfbild mit Respekt begegnet wird, ja man dieses sogar als Kulisse einbinden kann. Deshalb wird zum Beispiel auch auf das Hängen grosser Plakate, wie man es von andern Dorffesten kennt, verzichtet. Und so findet der «Jazz uf em Platz» eingebettet zwischen alten Bauernhäusern und der von einer Ringmauer umgebenen spätmittelalterlichen Kirche St. Arbogast statt. Und damit wir uns richtig verstehen: Wir sprechen bei der Muttenzer Dorfkirche von der einzigen Kirchenanlage der Schweiz, die noch von einer vollständig erhaltenen Wehrmauer umgeben ist. Sie ist eine wirkliche, richtige und echte Wehrkirche! Bemerkenswert!

 

Und die Geschichte dieser Kirche geht, man kann sich das leicht vorstellen, weit zurück. Wir wissen, dass schon die Alemannen – sie nannten Muttenz noch «Mittenza» – im 5. Jahrhundert auf den Grundmauern eines verlassenen römischen Gebäudes eine Holzkirche errichteten. Irgendwann im 8. oder 9. Jahrhundert dürfte diese durch einen Steinbau ersetzt worden sein, der wiederum um das Jahr 1000 ersetzt wurde. Als kurz darauf das Dorf Muttenz als Dinghof in den Besitz des Bistums Strassburg kam, wurde die Kirche dem Heiligen Arbogast geweiht, und er wurde deren Schutzpatron. Und das ist er bis heute geblieben.

 

Arbogast kam der Überlieferung zu folge um 550 als Missionar aus Irland oder Schottland unter dem Namen Arascach ins Elsass und liess sich im Wald von Hagenau nieder. Da er den von einem Eber getöteten Sohn des Frankenkönigs Dagobert II. der Legende nach ins Leben zurückholte, ernannte der Merowinger ihn zum Bischof von Strassburg. Als Bischof liess Arbogast, der als Hauptbegründer des Christentums im Elsass gilt, Kirchen und Klöster bauen und sorgte für das Aufblühen Strassburgs. Nicht zu letzt deswegen wurde er schon zu Lebzeiten hoch verehrt. Die mit ihm verbundenen Heiligenlegenden erzählen, er sei trockenen Fusses über einen Fluss gegangen, habe Kranke geheilt und Dämonen vertrieben – und er habe Streitigkeiten geschlichtet. Angeblich liess er sich zu guter Letzt unter einem Galgen begraben, um einen unschuldig Hingerichteten zu ehren. Auch er also: Bemerkenswert!

 

In der Mitte des 12. Jahrhunderts jedoch liess ein Lehensträger die Muttenzer Dorfkirche in romanischem Stil neu bauen, wobei die Arbeiten aber nie ganz vollendet wurden. Erst ab 1359, nach dem Basler Erdbeben, begann Konrad Münch-Löwenberg mit der Instandsetzung und Vollendung des Gotteshauses, wobei noch heute verschiedentlich sein Wappen, bestehend aus dem Mönch und dem Löwen, zu sehen ist. Um 1420 dann erhöhte Hans Thüring Münch-Eptingen den Kirchturm und als Schutz für die Bewohner des Dorfes Muttenz wurde die Kirche als Refugium ausgebaut und mit erwähnter Wehrmauer umgeben. Bis heute zu sehen ist das neben dem Nordturm, aussen an die Mauer anliegende Wachthaus, das jedoch erst im 17. Jahrhundert erstellt wurde. Älter ist das Sigristenhaus neben dem Südturm. Es stammt aus dem Jahre 1553. Dass heute der «Jazz uf em Platz» noch vor dieser wunderschönen Kulisse stattfinden kann, ist, dies sei an dieser Stelle nicht nur am Rande bemerkt, dem Kunsthistoriker Johann Rudolf Rahn zu verdanken. Mitte des 19. Jahrhunderts nämlich hatte die Muttenzer Gemeindeversammlung bereits den Abbruch der Befestigungsanlage beschlossen. Nur durch das beherzte Eingreifen Rahns konnte dies im letzten Moment noch verhindert werden. Wenn Sie also an besagtem Samstag in den Sommerschulferien dem Jazz lauschen, denken Sie doch vielleicht auch ein Minütchen oder zwei an diesen Zürcher! Es würde ohne ihn definitiv anders aussehen in Muttenz!
 
Und wenn Sie zulange am «Jazz uf em Platz» rumstehen (so viele Sitzplätze hat es ja wieder nicht …), begeistert von der einmaligen Kulisse und hochkarätigem Jazz, dann nur keine Sorge: Der heilige Arbogast ist nicht nur Schutzpatron gegen Müdigkeit und Niedergeschlagenheit, sondern auch gegen Fussleiden …!

 
 

Weitere Informationen

Weitere Informationen rund um das Festival «Jazz uf em Platz» findet man auf der Website der Veranstalter sowie auf Facebook.
 

► Jazz uf em Platz (direkter Link auf die Website)

► Jazz uf em Platz (direkter Link auf Facebook)

 
 
Bild zVg © Jazz uf em Platz
Der Jazz uf em Platz vor der  Muttenzer Dorfkirche St. Arbogast
 
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