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imfluss Das Kulturfloss

Bild zVg © imfluss Das Kulturfloss
Impression von der Mittleren Brücke auf das Basler Kulturfloss
 

imfluss Das Kulturfloss

►Artikel von Christian Rieder

 

Fast drei Wochen, immer mitten im Sommer, ankern Käpt’n Tino Krattiger und seine Crew ihr Floss am Kleinbasler Rheinufer – das Floss, das Bühne ist, das Publikum an Land, die Kritiker, wenn es sie noch gibt, in den herrschaftlichen, uralten Altstadtwohnhäusern links und rechts des Stroms: Die internationale, nationale, regionale und speziell auch lokale Musikszene rockt auf hohem Niveau auf den Flossplanken – und dies alles gratis und franko, wenn man vom Obolus absieht, den all jene, die es vermögen, den fleissigen Matrosinnen und Matrosen in die Netze werfen dürfen müssen sollen. «imfluss Das Kulturfloss» ist längst zum sommerlichen Highlight geworden, das nicht mehr aus unserer Stadt wegzudenken ist. Aber es steht auch symbolisch für den Graben in der Basler Kulturpolitik, der die Stadt zuweilen zu zerreissen droht.

 
 

Das Kulturfloss legt wieder vom 25. Juli bis 12. August 2017 im Kleinbasel an.

Detailinformationen und Programm siehe unten!

 
 

Es gab eine Zeit, es waren die 1970er- und 80er-Jahre, da baute man auf öffentlichen Plätzen Treppen, «Stääge», sagen wir in Basel. Das fand man cool, auch in unserer Stadt. Auf diesen Treppen sollten sich die Menschen treffen, sie sollten Begegnungszone sein, auf dem Theaterplatz zum Beispiel, oder am Rheinbord. Und irgendwann merkte man, dass Treppen im Grunde ziemlich doof sind. Kommuniziert wird, das wissen wir eigentlich, im Grunde immer mit einem Gegenüber; aber wie soll das funktionieren, sitzt man nebeneinander auf einer Treppe? Zu zweit vielleicht, aber spätestens ab drei Personen wird’s schwierig, nicht wahr? «Was war da die Idee, sollten da Menschen wie die Hühner nebeneinander sitzen, schweigend vom damals nach dem letzten Schrei gestalteten Kleinbasler Rheinbord ins Grossbasel starren», fragt «imfluss»-Initiator ► Tino Krattiger beim Gedanken an die damaligen Gestaltungsideen des öffentlichen Raums, der so wichtigen Begegnungszonen. «Man wollte es schön machen und toll – aber man schoss am Ziel vorbei, wenn man tatsächlich eine Begegnungszone und nicht einen Aussichtspunkt realisieren wollte», sagt Krattiger. Irgendwie Recht hat er schon, der heute stadtbekannte Kulturrebell. Das Kleinbasler Rheinbord, heute sagen wir «Rhywiera» dazu, zeichnete sich damals auch nach der baulichen Aufwertung durch etwas ganz Besonders aus: Es war menschenleer, sehen wir von ein paar «Blüttlern», «Drögelern» und ein paar raufsüchtigen Jungs ab. Die Frage war, wie belebt man einen eigentlich äusserst attraktiven Ort, am Rhein, am Fluss, der vielmehr ist als geographisches Element, der aber nicht besucht wird – der Treppen hat, im besten Fall. Tino Krattiger wusste eine Antwort. Wir stellen der Tribüne eine Bühne gegenüber. Ein Floss, in den Fluss. So wird Kommunikation möglich, es gibt ein Gegenüber. 

 

1996 schleppte man zum ersten Mal ein Floss an – und das Theater ging los; nicht im übertragenen, sondern im eigentlichen Sinne. Denn damals ankerte vor dem Kleinbasler Rheinufer das Theaterfloss, bis 1999. Eine tolle Idee, diesen öffentlichen Raum mit Kultur zu füllen, war es wohl – und das mitten im Sommer, perfekt, gerade an den lauen, aber mangels Alternativen ziemlich langweiligen Abenden. Ein kleines Problem stellte sich der Theaterfloss-Idee aber doch: Keine Sau ging hin. Krattiger fragte sich, wie man’s ändern könnte, wollte er doch ein einfaches Konzept, den Hunger der Baslerinnen und Basler nach urbaner Lebenskultur stillen, verschiedene Generationen an den Rhein bringen, kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander von Generationen und Kulturen. Und dann hatte er die durchschlagende Idee: Musik! Musik für alle! Und Essen und Trinken. Das verbindet.

 

Am 13. Juli 2000 stand zum ersten Mal ein Musiker auf dem Floss und heizte dem Kleinbasel so richtig ein: Stiller Has. Jetzt kamen auch die Leute – und jetzt ging das Theater wirklich los. Das Floss wurde nicht zu einem kulturellen Projekt, sondern zu einem kulturpolitischen. Eigentlich hatte Krattigers Konzept drüben im Rathaus ja überzeugt. Die notwendigen Bewilligungen für Musik und Gastronomie wurden in gutem Einvernehmen mit den Behörden gesprochen. Das Einvernehmen war jedoch brüchig. Vor allem dem Druck verschiedener Anrainer hielt es nicht stand. Es hämmerte Anzeigen, Einsprachen, Vorladungen. Vier Jahre kämpfte man vor den Gerichten für das Floss. Das Verwaltungsgericht Basel-Stadt hat 2003 festgehalten: «Die Veranstaltungen auf dem Kulturfloss sind nach verbreiteter und zutreffender Ansicht wertvolle Kulturanlässe, die ein Generationen übergreifendes und zahlreiches Publikum ansprechen. Dass der Staat zu diesem Zweck öffentlichen Raum zur Verfügung stellt, entspricht einem breiten Bedürfnis und einem wichtigen öffentlichen Interesse.» Dies bestätigte letztendlich auch das Bundesgericht, auf oberster gerichtlicher Ebene. Die Veranstalter verstehen dies als Zeichen der Anerkennung und Würdigung. Nicht zu letzt dieser Kampf war es, der bis heute jedes Jahr Zehntausende an die Konzertabende ans Rheinbord zieht. Kulturrebellion. Es ist ein Kampf der Baslerinnen und Basler, die sich eine lebendige Stadt wünschen gegen jene, die die wunderschöne Innerstadt ganz einfach nur bewohnen wollen. Ein Grabenkampf, der sich, vereinfacht gesagt, auf die folgenden Positionen von Befürwortern und Gegnern reduzieren lässt: Ist das Kulturfloss der eigentliche Grund für die Emissionen am Rhein? Oder führt gerade seine interaktive Vermittlung zu Struktur, das heisst zur sozialen Selbstkontrolle und dadurch zur Beruhigung im öffentlichen Raum? Eines ist bei aller Diskussion klar: Die Baslerinnen und Basler werden ihr Floss wohl niemals mehr hergeben. 

 

Lassen wir doch Tino Krattiger in seiner unverwechselbaren Art gleich selbst sprechen: «Am Morgen des 13. Juli 2000 warf ein Floss zum ersten Mal seinen Anker an den hiesigen Gestaden der Kleinen Stadt Basel. Und auf einem schmalen Beiboot setzten sie über, an Land, die Stadtpiraten und Kulturwegelagerer. Nahmen Ufer und Strom in Besitz. Die Bürger waren in Aufruhr. Rasch wurde die Wäsche eingeholt und Väter sperrten ihre Töchter weg. Haus und Hof gerieten niet- und nagelfest. Am selben Abend noch, zur Stunde der Hoffnung, wurde der Stadtrat einberufen und Notstandsgesetze in der Folge eiligst verfasst. Danach tagten Gerichte. Es wurde geteert und gefedert. Die Söhne brachen mit den Oberen dieser Stadt. Und Töchter schlugen ihre Mitgift aus. Die Gemüter brannten lichterloh. Die Kultur: sie war im Fluss. Und heute? Aus der ehemaligen Eiszeit ist Tauwetter geworden. Das Floss, einst Eisbrecher, hält nun mit leichteren Segeln Kurs. Im Fluss ist eine Geschichte, eine junge Geschichte. In jedem Fall keine Gutenacht-Geschichte. Das Floss – es ist Euer Floss. Ihr seid das Floss.»

 

Ja, und so wird das Floss noch lange im Fluss sein, jeden Sommer wieder von neuem. Seit der Erstausgabe im Jahr 2000 wurden weit über 250 Konzerte gespielt. Viele waren schon da, vor allem aus der Schweizer und insbesondere der Berner Rockszene: Stiller Has, Patent Ochsner, Polo Hofer oder Span, aber auch Mark Ribot, Charly Antolini, Oskar Klein, George Gruntz, Chico César, Jamie Lidell, Sens Unik, und so weiter, und so weiter. Und viele werden es noch werden, hier unten am Rhein, der wie kein anderes geographisches Element die Lage Basels prägt. Während im Grossbasel der Fluss träge entlang zieht, sonnt sich das Kleinbasel im Schutz des Rheinknies. Viel wurde in den vergangenen Jahrhunderten dem bedeutenden Strom gehuldigt. Bis hin in die Neuzeit: Fischer, Schiffer, Flösser und Schwimmer. Vor allem aber taten dies die Poeten, allen voran Johann Peter Hebel. Der Rhein als Fluss des Lebens – der Fluss als Lebensader der Stadt und seiner Menschen. In den vergangenen Jahren ist die Lebensqualität, die mit dem Rhein und dem Rheinufer verbunden ist, neu entdeckt worden: Der Rhein als urbane, gemütliche Frei- und Erholungszone, die zum Verweilen einlädt. Tausende säumen an warmen Sommerabenden die Örtlichkeiten des Rheinufers – nicht nur, aber mehrheitlich auf der von der Sonne verwöhnten Kleinbasler Seite, Basels Postkarten-Silhouette auf der gegenüberliegenden Seite im Blick. Die Erfolgsgeschichte des Flosses ist auch die Geschichte dieser Entwicklung. Und diese wird weitergehen; sie ist im Fluss!

 
 

Weitere Informationen

Weitere Informationen rund um das Festival «imfluss Das Kulturfloss» findet man auf der Website der Veranstalter sowie auf Facebook.

 

► imfluss Das Kulturfloss (direkter Link auf die Website)

► imfluss Das Kulturfloss (direkter Link auf Facebook)

 
Bild zVg © imfluss Das Kulturfloss
Impression vom Kulturfloss
 
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