Patronat
 
 

Hauptsponsoren

 
 

Cosponsoren

 
 

Partner

 
 

Gönner

 
 

Basler Fasnacht 2017

Impression Basler Fasnacht
Bild: Christian Rieder • © VISIT BASEL AG
 

Basler Fasnacht 2017: Wichtiges, Wissenswertes, Insidertipps

► Von Basel Insider Christian Rieder

 

Am Montag, 6. März 2017, war es wieder soweit. Frau Fasnacht erwachte aus ihrem Schlaf und beherrscht von Neuem die Stadt. Die Basel Insider haben, geordnet nach den «drey scheenschte Dääg» und den Sonntag davor, die wichtigsten Informationen und Geheimtipps zusammengetragen, für Baselbesucher genauso wie für Baslerinnen und Basler selbst; damit es Ihnen nicht am Verständnis für unser uraltes Brauchtum fehlt, Ihnen bei der Planung Ihres Fasnachtsbesuchs geholfen sei. Garniert ist das Ganze mit vielen Querverweisen in unser Basel Online-Nachschlagewerk, wo Sie jeweils viel Hintergründiges nachschlagen können!

 

  • Die Vorfasnacht
  • Der Sonntag
  • Der Fasnachtsmontag
  • Der Fasnachtsdienstag
  • Der Fasnachtsmittwoch
  • Der Donnerstag
  • Die «Spielregeln»

 

Empfehlung: Lesen Sie zur Einstimmung auf die Basler Fasnacht auch:

 

► Basler Fasnacht: Wussten Sie eingentlich, dass ...?

 
 

Die Vorfasnacht

Das Einstimmungspotpourri 

 

Bereits Wochen vor der eigentlichen Basler Fasnacht, ja eigentlich bereits kurz nach Neujahr, gehen allerorten in der Stadt wiederkehrende und zuweilen auch einmalige Veranstaltungen über die Bühnen, was sich gerade in den letzten zwanzig, dreissig Jahren zu einem im Grunde eigenen Fasnachtskunst-Genre entwickelt hat. Die ältesten Vertreter: Das Zofinger Conzärtli, ein satirischer Anlass der Studentenverbindung Zofingia (seit über 125 Jahren) und das Drummeli, früher bekannt als Monstre-Trommelkonzert (seit über 100 Jahren). Wir sagen dazu: Vorfasnachtsveranstaltungen. Diese können eine one-man- (oder selbstverständlich woman-) -show sein, genau so aber als Veranstaltung mit über 1000 Mitwirkenden daherkommen, wie zum Beispiel das «Drummeli». Nun, Vorfasnachtsveranstaltungen sind oft Plattform für fasnachtsübergreifende Experimente, so zum Beispiel Fasnachts-Musicals oder Konzerte mit Fasnachts- und Nicht-Fasnachtsinstrumenten. In jedem Fall begeistern sie mit wohl allen Facetten unseres lebendigen Brauchtums. Manche sagen, die Fasnacht mit ihrer Farbenpracht, ihrer besonderen Musik und dem feinen Humor sei einfach zu schön, um sie nur an drei Tagen im Jahr, an der Fasnacht selbst, zu zelebrieren. Wie dem auch sei, fest steht, dass die Vorfasnachtsveranstaltungen allen Fasnachtsbegeisterten helfen, das lange Warten auf  den Morgenstreich zu verkürzen. Hier eine kleine Übersicht:
  

► Förnbacher Theater (Badischer Bahnhof). Ridicule

► Häbse Theater. Mimösli

► Basler Marionetten Theater. Källerstraich

► Theater Fauteuil. Pfyfferli

► Scala Basel. Fasnachtskiechli

► Volkshaus Basel. Glaibasler Charivari 

► Theater Tabourettli. RämPläm 

► Kongresszentrum Basel. Zofingerconzärtli

► Musical Theater. Drummeli

 

Und besonders für Kinder:

 

► Theater Arlecchino. Fasnachtsbändeli

► Theater Basel. Kinder-Charivari

 

Besonders beliebt ist bekanntlich in Basel das Trommeln und Pfeifen. Manche behaupten gar, der Basler käme mit der Trommel zur Welt, die Baslerin mit dem Piccolo. Das ist natürlich Quatsch, da sich erstens die Geschlechter nicht auf die Instrumente und umgekehrt zuordnen lassen. Zweitens ist das Basler Trommeln musikalisch ein Kind schweizerischer und französischer Trommeltraditionen. Wer also Obiges behauptet, sollte sich zumindest über die Herkunft der Eltern ein paar Gedanken machen. Dennoch haben die Musikwissenschaften ein – oder der – Trommeltyp nach unserer Stadt benannt: die Basler-Trommel (die älteste ihrer Art stammt aus dem Jahre 1571 und ist im Basler Musikmuseum zu bestaunen). Die Herkunft der Trommelmärsche sind bei der Signal- und Marschmusik des Militärs zu verorten. Der Aufenthalt verschiedener fremder Truppen in Basel bereicherte das Repertoire nach und nach, und Napoleons Begeisterung für das Trommeln fand ebenfalls ihren Niederschlag. Einer von Napoleons Militär-Tambouren war Johannes Bühler aus Wattwil, der sich 1815 in Basel niederliess. Er veröffentlichte 1819 eine Tambour- und Pfeiferordonnanz für eidgenössische Truppen, ein Lehrbuch, welche das Basler Trommeln bis heute prägt. Die ersten gedruckten Märsche für Piccolo wurden 1913 vom Fasnachts-Comité herausgegeben. Die unverkennbaren Melodien und Rhythmen der Fasnachtsmärsche werden übrigens in getragenem Rhythmus, im sogenannten Landsknechtsschritt (90 Schritte in der Minute) gespielt. Entsprechend gemächlich ist das Tempo, mit dem sich eine Clique durch die Strassen bewegt. Was aber nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass das Trommeln – und selbstverständlich das Pfeifen – eine Kunst ist, die jahrelanges Training (auch übers Jahr zwischen den Fasnachten) nötig macht und an der von den Abertausenden Basler Tambouren und Pfeifern, zuweilen täglich, geschliffen wird. Die Besten unter ihnen stellen sich jedes Jahr vor der Fasnacht einer Jury, am offiziellen Preistrommeln und -pfeifen, im Grunde auch einer klassischen Vorfasnachtsveranstaltung: 

  

► Diverse Austragungsorte. Off. Preistrommeln und -pfeifen

 
 

Der Sonntag (5. März 2017)

Die letzten Stunden vor dem Morgenstreich
 
Der Sonntag gehört noch nicht zur eigentlichen Basler Fasnacht. Und spaziert man durch die Stadt, ist es doch schwer vorstellbar, dass in der kommenden Nacht die grösste Fasnacht der Schweiz mit weit über 20'000 Aktiven und Zehntausenden von Besuchern vom Stapel läuft. Zu verschlafen wirkt das Ganze. Wenn es aber dunkel wird am Sonntag und die noch verhüllten Laternen mit Piccoloklängen in die Innerstadt gebracht werden, ja dann steigt die Spannung ins bald Unerträgliche. 

 

Gottesdienstliche Feier: «Gäll de kennsch mi nit?» (10:30 Uhr)

 

Der im Jahr 2000 ins Leben gerufene Fasnachtsgottesdienst vor dem Morgenstreich, die fröhlich-besinnliche Einstimmung auf die «drey scheenschte Dääg» in der Offenen Kirche Elisabethen, erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Unter Mitwirkung von Comité-Schnitzelbängg, Pfeifern, Trommlern und einem Überraschungsgast geht man 2017 in die 18. Ausgabe. Der Eintritt ist frei (Kollekte). Anschliessend erwartet die Besucher ein Apéro.

 

«Schnägge-Fiehrig»

Stadtrundgänge zur Einführung in die Basler Fasnacht (14:00 Uhr)

  

Wie jedes Jahr führen die VISIT BASEL Fasnachtsexpertinnen und Experten am Sonntagnachmittag vor dem Morgenstreich wieder die beliebten Einführungsstadtrundgänge zur Basler Fasnacht durch. Zur Auswahl stehen am Sonntag, 5. März 2017, zwei verschiedene Rundgänge: «Basler Fasnacht für Anfänger» und «Basler Fasnacht für Fortgeschrittene». Die Rundgänge eignen sich sowohl für Fasnachtsbesucher als auch für Einheimische. Gerade die Einheimischen staunen jedes Jahr, wie wenig man eigentlich über das Brauchtum weiss …! Diese Einführungsstadtrundgänge haben längst selbst Tradition, und VISIT BASEL führt diese Aktion auch 2017 wieder durch, als «Schnägge-Fiehrig», also als 5-Franken-Führung, als Dankeschön an alle aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, die sich das ganze Jahr über für den Erhalt und die Entwicklung des Brauchtums einsetzen. Die Basler Fasnacht ist die grösste Fasnacht der Schweiz, mit insgesamt über 20'000 Aktiven (wovon über 12'000 beim Fasnachts-Comité Gemeldete), die nicht nur sich selbst, sondern auch Hunderttausenden von Besuchern «die drey scheenschte Dääg» schenken. 2017 beginnen die Rundgänge am Sonntagnachmittag um 14:00 Uhr. Zur Teilnahme ist eine vorgängige Anmeldung unbedingt erforderlich. Die Verfügbarkeit ist begrenzt! 

  
► Weitere Informationen zu den 5-Franken-Führungen (direkter Link)

 

Einpfeifen der Laternen (ab ca. 17:00 Uhr)

 

Gegen Sonntagabend bringen seit dem 19. Jahrhundert jeweils die Cliquen ihre Laternen in die Stadt, an jenen Ort, an dem sie am Montagmorgen pünktlich um 04:00 Uhr für den Morgenstreich starten. Die Laternen sind noch verhüllt, die Pfeiferinnen und Pfeifer noch nicht kostümiert. Ab diesem Zeitpunkt schlägt jedem Fasnächtler das Blut hochpulsiv durch die Adern. Das Einpfeifen der Laternen können Sie in der gesamten Gross- und Kleinbasler Innerstadt mitverfolgen (es handelt sich um rund 200 Laternen, die eingepfiffen werden wollen). 

 

Feuerbrauchtum in der Region (Abend)
 
Nicht in Basel selbst, sondern ausserhalb in der Region, finden am sogenannten Funkensonntag mehrere ► Feuerbrauchtumsanlässe statt, welche unbedingt einen Besuch lohnen, auch wenn diese im Grunde nicht zur Basler Fasnacht gehören resp. von dieser heute losgelöst zu betrachten sind! Dennoch ist das uralte Feuerbrauchtum auch an der Basler Fasnacht vertreten, zum Beispiel in Form der Laternen. Ursprünglichere Varianten finden sich aber eben in den ländlichen Regionen rund um Basel, so die Fasnachts- resp. Funkenfeuer und das Scheibenschlagen.
 
Erstens sei Ihnen der Besuch des «Chienbäse» in Liestal (Baselland) empfohlen. Um 19:15 Uhr startet der faszinierende Umzug durchs Stedtli (Ortskern). Die Route: Burgstrasse - Rathausstrasse - Rebgasse - Gerbergasse - Gestadeckplatz (Kreuzung Rosenmund). Beim «Chienbäse» werden aus Föhrenscheiten gebundene «Besen» von 20 bis 100 kg Gewicht brennend durch die Liestaler Altstadt getragen. Höhepunkte des Umzugs sind die rund 20 Feuerwagen, eiserne Wagen, die mehrere Tonnen brennenden Holzes tragen. Besonders hoch lodern die Flammen nach der Durchfahrt unter dem Obertor (Stadttor) auf. Da grosse Feuer mitten in einer Menschenmenge lodern, muss natürlich auch die Sicherheit beachtet werden. Wir raten deshalb den Zuschauern, alte, nicht leicht entzündbare Kleider zu tragen. Die grosse Hitze führt dazu, dass sich die Zuschauer neben den Wagen ducken müssen. Ein Aus- resp. Zurückweichen ist in der enormen Menschenmenge nicht möglich. Wir raten dringend davon ab, den Chienbäse-Umzug mit Kindern zu besuchen! ► Chienbäse-Verein (Link)
 
Zweitens: Die Baselbieter Gemeinde Biel-Benken begeht gleich drei Varianten innerhalb des Feuerbrauchtums: Fasnachtsfeuer, «Reedlischigge» (Scheibenschlagen) und Fackeln schwingen – und dies nota bene gleich an zwei resp. vier verschiedenen Plätzen gleichzeitig. Um 19:00 Uhr geht’s los, am Oberen Acker (Biel) sowie ob den Reben (Benken). Das Reedlischigge für Kinder ist beim ehemaligen Schützenhaus hinter dem Tannerhof (Benken) und auf dem Säbelacker (Biel), ebenfalls ab 19:00 Uhr.

  

Drittens: Scheibenschlagen im Markgräflerland (Deutschland). Beim Scheibenschlagen werden in einem sogenannten Scheibenfeuer kleine glühende Holzscheiben auf einer Anhöhe mittels langer Stangen über einem schräg aufgelegten Brett abgeschlagen, sodass sie – ähnlich Sternschnuppen – Richtung Tal fliegen. Unmittelbar vorher spricht der Schläger einen Vers oder widmet die Scheibe einer prominenten oder persönlich nahestehenden Person. Ein besonders schöner Platz, um dieses etwas archaische Spektakel mitzuerleben, ist die Himmelswiese (Innerberg) bei Niederweiler (Müllheim), ganz in der Nähe von Badenweiler. Bei Einbruch der Dunkelheit geht’s los. Der lokale Gesangsverein Niederweiler 1862 e.V. sorgt im beheizten Zelt für das leibliche Wohl, bevor die Worte «Schibiii, Schibooo, wem soll die Schibe goh?» durch die Nacht hauchen. Übrigens: Parkiermöglichkeiten finden Sie beim Friedhof Müllheim-Niederweiler. Ein sehr schönes Scheibenschlagen findet auch im Wiesental, genauer gesagt am Hasenhorn bei Todtnau, statt.

 

Weitere Informationen

 

► «Von Feuerbrauchtum und der Basler Fasnacht» (Artikel)

 
 

Der Fasnachtsmontag (6. März 2017)

Der perfekte Tag

 

Wer am Montag die Basler Fasnacht besucht, findet im Laufe dieses Tages wohl alle Elemente, sozusagen die drei Pfeiler, aus welcher sich die Basler Fasnacht entwickelt hat: A) die Winteraustreibung und Feuerrituale (z.B. Laternen am Morgenstreich und an der am Abend beginnenden Laternenausstellung sowie das Umgehen der lauten Guggenmusiken). B) Das Militärische, die Musterung und Inspektion (z.B. Zeitpunkt des Morgenstreichs mit militärischen Signalen und Marschieren in Formation, Trommeln und Pfeifen sowie die strikte Trennung zwischen aktiven Fasnächtlern und passivem Publikum) und C) das Kirchliche, das Spiel mit der verkehrten Welt, bevor die Fastenzeit beginnt (Fastnacht = Nacht vor der beginnenden Fastenzeit; Karneval = carne levare, «Fleisch wegnehmen»), die Kritik also an der Obrigkeit – ohne Sorge, von dieser sanktioniert zu werden (Verkleiden, Gesichtsvermummung mit der Larve, das Parodieren und Intrigieren, die Schnitzelbänke) sowie der Versuch der Oberen, die breite Masse mit Verteilen von Nahrungsmitteln wie Konfetti (ursprünglich = grober Streuzucker) und das Werfen von Obst und Gemüse vom Waggiswagen zu beschwichtigen. Zum kirchlichen Pfeiler gehören auch viele kulinarische Vertreter, so das Fasnachtskiechli als typisches Fettgebäck (wenn auch an der Fasnacht selbst eigentlich nicht anzutreffen), aber auch eigentliche Fastenspeisen wie die Mehlsuppe (eine Hommage der reformierten Basler an das ursprünglich katholische Brauchtum). 

 

Morgenstreich (04:00 Uhr)

 

Der Morgenstreich ist gespenstiger Auftakt, aber gleichzeitig wohl auch der bekannteste Höhepunkt der Basler Fasnacht überhaupt. Um punkt 04:00 Uhr geht es los! Zu diesem Zeitpunkt wird die Innerstadt vollständig verdunkelt, inklusive der Strassenbeleuchtung, sobald von St. Martin, der ältesten Kirche der Stadt, der Vieruhrschlag erklingt. Eine Reminiszenz an das militärische Element innerhalb der Basler Fasnacht, das bis zum heutigen Tag mitschwingt: Die Cliquen sind in Formation aufgestellt: An der Spitze, gefolgt vom sogenannten Vortrab (den «Platzschaffern»), die grosse Zugslaterne als Repräsentantin des durch die jeweilige Clique gewählten Sujets (Pesiflage eines aktuellen Themas), gefolgt von den Pfeifern und Tambouren. In der Regel trägt jeder Aktive eine Kopflaterne und selbstverständlich ► Larve und Kostüm, jedoch kein einheitliches. Die Kostümordnung am Morgenstreich nennt sich «Charivari». Sollten Sie tatsächlich noch nie an einem Morgenstreich gewesen sein, so bitte, bitte halten Sie sich an die wichtigste Regel der Basler Fasnacht überhaupt: Nur (und wirklich nur!) die aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtler tragen ein Kostüm, Zuschauer bleiben in zivil (was übrigens für die gesamte Basler Fasnacht gilt)! Bemalte Gesichter und grün gefärbte Haare oder sogar LED-Blinklämpchen sind absolute no go’s! Der Morgenstreich ist, dies sei an dieser Stelle unterstrichen, den Cliquen (genauer gesagt den Pfeifer- und Trommelformationen) vorbehalten. Sie treffen also zum Beispiel keine Guggenmusiken an. Um den Morgenstreich in seiner vollen Pracht zu erleben, empfehlen wir Ihnen, sich im Dreieck Schneidergasse, Spalenberg und Rümelinsplatz einzufinden. Aber Achtung: An den Morgensteich kommen weit über 100'000 Zuschauer, neben den gegen 12'000 Aktiven am Morgenstreich. Kommen Sie also rechtzeitig. Spätestens ab 03:30 Uhr ist kein Durchkommen mehr! Mit dem Morgenstreich setzen sich die Cliquen in Bewegung. Dazu gleich die nächste Bitte: Durchqueren Sie niemals (und wirklich niemals!) eine Cliquenformation, auch nicht zwischen Pfeifern und Tambouren! Und gleich nochmals eine Bitte: Fotografieren Sie niemals mit Blitz (auch Handys haben eine Blitzfunktion)! Dies aus zwei Gründen: Erstens lebt der Morgenstreich von der Dunkelheit und zweitens marschieren die Aktiven mit Larven und sehen nur durch einen kleinen Schlitz, was rund um sie passiert. Fotoblitze machen die Aktiven im ungünstigen Fall während Minuten blind! Der Morgenstreich läuft bis weit nach Sonnenaufgang. Wir empfehlen Ihnen, dazwischen in eines der unzähligen Restaurants oder geöffneten Cliquenkeller einzukehren. Traditionellerweise isst man am Morgenstreich ► Mehlsuppe sowie ► Zwiebel- resp. Käsewähe. Eine ausgezeichnete Mehlsuppe wird im Gast- und Kulturhaus «Der Teufelhof Basel» kredenzt, persönlich zubereitet von Meisterhand, vom bekannten Sternekoch Michael Baader. Sicher ein besonderes Erlebnis! Ebenfalls gekostet werden sollte die sensationelle Mehlsuppe nach dem Rezept von Heinz Proschek im ► Stadtkeller (übrigens die wohl am schönsten dekorierte Beiz an der Fasnacht)!

 

Weitere Informationen

  

► «Die Basler Künstlerlarve» (Artikel)

► «Die Basler Mehlsuppe» (Artikel)
► «Die Basler Käse- und Zwiebelwähe» (Artikel)

 

Cortège (offiziell 13:30 Uhr, eher aber 14:00 Uhr bis nach 16:00 Uhr)

 

Obwohl es eigentlich die grossen Fasnachtsumzüge am Montag- und Mittwochnachmittag sind, ist der Begriff «Umzug» in Basel absolut verpöhnt. In Basel heisst das Cortège (aus dem französischen für Festzug, Prozession). Auf ► zwei festgelegten Routen sind die trommelnden und pfeifenden Cliquen mit ihren Laternen und unzähligen skurrilen Accessoires, Guggenmusiken, die Waggis-Wagen, die Chaisen (Kutschen) usf. unterwegs. Hierbei werden die Sujets voll zur Geltung gebracht, von der Zugslaterne bis zum einheitlichen Kostüm eigentliche Gesamtkunstwerke; darüber hinaus werden «Zeedel» verteilt, auf denen in witziger Versform (in Basler Mundart) die gewählten Themen aufs Korn genommen werden. Von den Wagen werden ►Räppli und Orangen geworfen; Mimosen (über 10 Tonnen!) *, Rosen, Dääfeli und vieles mehr verteilt. Abertausende Zuschauer säumen links uns rechts die Routen. Ein sensationelles Schauspiel! Sehr schöne Standorte, um den Cortège zu geniessen, sind die Mittlere Brücke oder der St. Alban-Graben (Kunstmuseum). Eine Liste mit allen (gemeldeten) Fasnachtsgruppierungen mit ihren jeweiligen Sujets findet man im so genannten «Rädäbäng», dem jährlich erscheinenden Fasnachtführer des Fasnachts-Comités. Die Publikation beinhaltet darüber hinaus noch sehr viel mehr Wissenswertes zur aktuellen Fasnacht. Das «Rädäbäng» ist in den unzähligen, über die ganze Stadt verteilten Filialen der Bäckerei Sutter für 8 Franken erhältlich.

 

* Apropos Mimosen: Immer wieder taucht die Frage auf, weshalb die «Mimose» unsere Fasnachtsblume par excellence ist, die insbesondere von den Waggis-Wagen den (hübschesten) Damen gereicht werden oder Chaisen in ein güldenes Blütenmeer verwandeln. Zur Erklärung hört man zuweilen ziemlichen Quatsch. Es gehe um das «mimosenhafte», «zerbrechliche», die Engländer sagen angeblich zum Blümchen «Touch-me-not», «Berühre mich nicht». Totaler Unsinn, denn bei diesen Äusserungen geht es tatsächlich um die Mimose (Mimosa pudica)! Obwohl in die Unterfamilie der Mimosengewächse gehörend ist die an der Basler Fasnacht als «Mimose» bezeichnete Pflanze weder der Gattung und schon gar nicht der Art Mimose zuzuordnen, sondern ist eine Akazie. Die kleinen, kugelförmigen, goldgelben Blütenbüschel sind die Blütenzweige der Silber-Akazie (Acacia dealbata), die ursprünglich aus Südostaustralien stammt. Die an der Basler Fasnacht anzutreffende Acacia dealbata hat nun wirklich nichts mit der Mimosa pudica zu tun. Eine andere Erklärung: Die «Mimosen» seien billig und würden deshalb so eifrig verteilt. Ebenfalls totaler Unsinn! Die «Mimosen» sind teuer, da sie a) nicht bei uns wachsen und somit aus dem Süden angeliefert werden müssen, und b) extrem anfällig auf Temperaturschwankungen sind und darüber hinaus weder zu kalt noch zu warm vertragen (äusserst schwierig zu transportieren und zu lagern). Die richtige Erklärung ist eigentlich ziemlich einfach: In Basel symbolisieren die Mimosen, wenn man so will, den Frühling, denn bei uns ist noch Winter, während an der französischen und italienischen Riviera bereits der Frühling eingekehrt ist. Es sind ganz einfach die ersten Blumen im (süd-) europäischen Frühjahr. Und aus dem gleichen Grund hat sich die «Mimose», wie wir sie in Basel kennen, in Italien auch als die Blume etabliert, die man sich zum (über hundertjährigen) Frauentag am 8. März schenkt (welche denn sonst?). Dieses Brauchtum kennen wir auch aus Frankreich und aus der Romandie. Nun, der weitaus grösste Teil der gelben Frühlingsboten wird in Ligurien produziert und auf dem Blumenmarkt von San Remo gehandelt. Zu den wichtigsten Sorten zählen die Tournaire und die Gaulois, die im Januar, beziehungsweise im Februar blühen. Zum 8. März wird die Gaulois angeboten, die auch grösstenteils an der Basler Fasnacht anzutreffen ist.

 

Nach dem Cortège wird es für einen Moment etwas ruhiger, denn die Züge ziehen sich zu einer wohlverdienten Pause und fürs gemeinsame Abendessen zurück. Doch dann sind sie plötzlich wieder da und ziehen in einem fröhlichen Durcheinander bis weit in die Nacht hinein durch die Gassen (siehe «Gässle» am Dienstag).

  

Weitere Informationen

 

► Routenplan Cortège (Download) 
► «Räppli vs. Konfetti» (Artikel)

 

Weitere Informationen zu Kostümen, Figuren und Accessoires

 

► «Ueli der Narr; fest und flüssig» (Artikel)

 

Schnitzelbänke / «Schnitzelbängg» (Abend)

 

Beim Schnitzelbank (► «Schnitzelbangg») handelt es sich um kleine Grüppchen oder Einzelmasken, die kostümiert und mit Helgen bewaffnet, das aktuelle Geschehen humorvoll in kurze Verse fassen und diese sodann gesanglich dem in den Restaurants, Cliquenkellern oder vor anderen Bühnen versammelten Publikum vortragen. Rund hundert solcher Grüppchen und Einzelmasken sind es, die jeweils am Montag- und Mittwochabend durch die Restaurants und Cliquenkeller der Innerstadt ziehen und ihre Verse zum Besten geben. Da Schnitzelbänke sehr beliebt sind, ist es praktisch unmöglich, in einem der Restaurants, die an der Fasnacht in der Regel mit einer kleinen Bühne ausgestattet sind, einen Platz zu finden. Häufig werden für den Montag- und Mittwochabend bereits weit im Vorfeld Tickets verkauft, gewisse Lokale sind bereits Jahre im Voraus ausverkauft. Wer nirgends mehr unterkommt, dem seien die Schnitzelbankabende im ► Stadtcasino (ab 18:15 Uhr) empfohlen. Ausserdem: Auch im Theater Basel (Grosse Bühne sowie Schauspielhaus) treten am Montag- und Mittwochabend (19:00 Uhr) (und am Samstag danach) die «Comité-Schnitzelbängg» auf. Hier besteht wenigstens die Chance, an Tickets zu kommen. ► Schnitzelbank-Tickets Grosse Bühne

  

Weitere Informationen
  
► «Ei du scheene Schnitzelbangg» (Artikel)

 

Laternenausstellung (Abend)

 

Ein absoluter Augenschmaus ist die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz. Über 200 illuminierte Laternen werden vor der prachtvollen Altstadtkulisse aufgebaut. Es ist nicht nur fantastisch, die Kunstwerke aus gewissem Abstand zu betrachten, sondern sich auch auf die Details zu achten, die sogenannten «Ladärne-Värsli». Die Laternenausstellung dauert vom Montagabend bis Mittwochmorgen. Fast unglaublich: Die Laternenausstellung ist die grösste, eintägige Freilicht-Kunstausstellung der Welt! 
 
Weitere Informationen
  
► «Von Feuerbrauchtum und der Basler Fasnacht» (Artikel)

 

Wagen- und Requisiten-Ausstellung (Abend)
 
Neben der Laternenausstellung empfehlenswert ist auch ein Besuch der Wagen- und Requisitenausstellung auf dem Areal der ehemaligen Kaserne, auf der Kleinbasler Rheinseite. Gegen dreissig der fantastisch gestalteten Waggis-Wagen und unzählige Requisiten sind hier von Montagabend bis Mittwochmorgen zu bestaunen.
 
«S’Gässle» (besonders am Abend)

 

Details siehe Dienstag.

 

Cliquenkeller (besonders am Abend)

 

Details siehe Dienstag

 

Bermuda-Dreieck (Abend)

  
► Details siehe Dienstag.

 
 

Der Fasnachtsdienstag (7. März 2017)

Irgendwie anders – und irgendwie am Schönsten

 

Der Fasnachtsdienstag ist der Tag der Kinder und gleichzeitig der Tag der Laternen-, Wagen- und Requisitenausstellung. Und besonders ist er der Tag der Guggenmusiken. Was den Tag aber so besonders macht, ist das Gässle. Viele Cliquen lösen sich an diesem Tag auf, und die einzelnen Tambouren und Pfeifer stürzen sich in ihr Lieblingskostüm und setzen sich in freien Formationen neu zusammen, vom «Schyssdrägg-Zygli» bis zuweilen monströsen Zügen. Schon am Nachmittag geht das los und bringt ein besonders buntes und intensives Fasnachtstreiben in die Gassen. Für viele ist es gerade deshalb der schönste Fasnachtstag – und die schönste Fasnachtsnacht ...!

 

Übrigens: Man sagt, dass der Dienstagabend den Guggenmusiken gehöre. Seit vielen Jahren haben sich die Fasnächtler im Rahmen eines Gentlemen’s Agreement darauf geeinigt, dass der Morgenstreich den Tambouren und Pfeifern gehört, im Gegenzug ergreifen die Guggenmusiken am Dienstagabend Besitz von der Innenstadt. Der Auftakt in den Abend zelebrieren die Guggenmusiken mit ihrem Sternmarsch. Auf dem Barfüsserplatz, dem Marktplatz und dem Claraplatz werden dann bis weit in die Nacht hinein die bliebten Guggenkonzerte vor Abertausenden Zuschauern gegeben. Aber es gibt noch ein weiteres ungeschriebenes Gesetz: Die Guggenmusiken ergreifen nur von der Talstadt Besitz, in den Gassen auf den Hügeln (Spalenberg und Münsterhügel) dürfen sich die Pfeifer und Trommler austoben. Und so ist auch die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz für die Guggenmusiken tabu. Das Ganze klappt ziemlich, wenn auch nicht immer, gut. Man darf dabei nicht vergessen: Cliquen (Tambouren und Pfeifer) und Guggenmusiken beanspruchen in vielen Fällen jeweils für sich selbst, die einzig wahre Fasnacht zu machen. Man mag sich deshalb gegenseitig nicht besonders. 
 

Kinderfasnacht (Nachmittag)

 

Viele Familien mit Kindern sind am Dienstagnachmittag unterwegs, ja bilden ganze Umzüge, die kreuz und quer durch die Innerstadt ziehen. Organisiert ist die Kinderfasnacht nicht, sondern lebt (wie so vieles an der Fasnacht) vom Spontanen. Die Kinder freut’s – und die Eltern und Grosseltern mit den Fotoapparaten erst recht …! 

 

Spannend für Kinder ist auch ein Abstecher zur Wagen- und Requisiten-Ausstellung auf dem Kasernenareal. Hier können die Kinder u.a. eine Runde mit dem Kinder-Waggis-Wagen drehen und werden sogar mit Räppli aufmunitioniert.

 

Apropos Kinder: Wir empfehlen dringend, Kinder mit dem so genannten «Kinder-Badge» auszurüsten. Es handelt sich dabei um einen Halsanhänger, der mit dem Namen des Kindes und den Kontaktinformationen der Eltern resp. der Betreuungsperson versehen werden kann. Sollte ein Kind im Fasnachtstrubel verloren gehen, kann sofort mit den Eltern Kontakt aufgenommen werden. Den «Kinder-Badge» erhalten Sie kostenlos auf jeder Polizeiwache.

 

Guggenmusik-Sternmarsch (18:30 Uhr)

 

Jeweils am Fasnachtsdienstag führen die in der «Interessengemeinschaft fasnächtlicher Guggen-Musiken (IG)» resp. «Freyi Guggemuusige Basel 1965 (FG)» organisierten Guggenmusiken ihren sogenannten Sternmarsch durch, der zu den jeweiligen Konzertbühnen auf dem Marktplatz (FG) resp. Barfüsserplatz (IG) führt. Der Sternmarsch ist eine wahrlich perfekte Möglichkeit, um die Guggenmusiken in Formation marschierend, mit ihren ausgefallenen Kostümen und in toller Stimmung zu sehen. Der Sternmarsch beginnt um 18:30 Uhr auf dem Messeplatz und führt auf die Route Clarastrasse – Mittlere Rheinbrücke – Eisengasse – Marktplatz und schliesslich in die Gerbergasse. Hier trennen sich die Guggenmusiken. Die IG-Guggen setzen ihren Marsch fort über den Barfüsserplatz und Steinenberg und drehen ums Stadtcasino bis auf die Konzertbühne. Die FG-Guggen drehen um die Hauptpost und marschieren via Freie Strasse auf der Marktplatz-Bühne ein. Total sprechen wir hier von über 2000 Guggenmusikern!

 

► Details zum Guggenmusik-Sternmarsch 2017 (Download)

 

Guggenmusik-Konzerte (19:30 bis ungefähr 22:30 Uhr)

 

Ab 19:30 Uhr geht es los mit den grossen Guggenmusikkonzerten. Auf dem Marktplatz treten die Guggenmusiken der «FG» auf, auf dem Barfüsserplatz jene der «IG». Die Konzerte werden jedes Jahr von Abertausenden Zuschauern besucht, wobei sich die Masse ausgelassen zu den typischen Rhythmen bewegt. Eine Wahnsinnsstimmung! Ein weiteres Guggenmusikkonzert unter dem Titel «Claramonschter» beginnt um 20:00 Uhr auf dem Claraplatz und dauert bis gegen 23:00 Uhr.
 
Weitere Informationen
  
► Details zum Guggenmusik-Konzerten 2017 (Download)

 

Laternenausstellung (Abend)
 
Details siehe Montag.
 
Wagen- und Requisiten-Ausstellung (Abend)
 
Details siehe Montag.

 

«S’Gässle» (besonders am Abend)

 

Obwohl auch am Montag- und am Mittwochabend zelebriert, gehört doch das sogenannte «Gässle» (von durch die Gassen ziehen) für viele zu den absoluten Highlights an der Fasnacht. Vielfach lösen sich beim «Gässle» Cliquenformationen weitgehend auf, zersplittern sich oder setzen sich neu zusammen, ohne Route, ohne Ziel. Solche Formationen, grosse und kleine (wobei letztere auch gerne als «Schyssdrägg-Zygli» bezeichnet werden), sind zu Hunderten in den verwinkelten Altstadtgassen im Gross- und Kleinbasel unterwegs. Auf solche Formationen zu treffen, bedeutet Gänsehaut-Faktor im Extremformat, denn schöner kann sich wohl die Basler Fasnacht tatsächlich nicht zeigen – zuweilen auch mit dem so typischen melancholischen Ausdruck (es gibt Formationen, die bestehen aus einem einzigen Pfeifer oder aus einem einzigen Tambouren …!). Übrigens: Beim Gässle sagt die «Kostümordung» wieder (wie am Morgenstreich) ► «Charivari», also kein einheitliches Kostüm.

 

Cliquenkeller (besonders am Abend)

 

Ein Besuch in den unzähligen Basler Cliquenkellern ist ein absolutes Muss. Es handelt sich dabei um die typischen Kellerlokale der Basler Fasnachtsgesellschaften (Cliquen). In den 1960er-Jahren begannen die Cliquen ihre Stammrestaurants und Stammkneipen zu verlassen und richteten sich eigene Lokale in der Basler Altstadt ein, eben sogenannte Cliquenkeller. Die Keller mussten meist mühsamst instandgestellt werden und wurden dann liebevoll eingerichtet und bis heute gepflegt. In der Regel isst und trinkt man in den Cliquenkellern nicht nur gut, sondern auch bemerkenswert preiswert.

 

Ganz besonders sehenswerte Cliquenkeller:

 

  • Alti Richtig, wunderschöner Cliquenkeller mit Laternengewölbe (Bäumleingasse 11
  • Schnurebegge «Pensiönli», eigentlich kein Keller, aber wunderschönes Lokal (mit sehr guter Küche) im Hinterhof (Rheingasse 29)
  • Die Aagfrässene, wahrscheinlich mittelalterlicher Weinkeller (Areal Rosshof, Nadelberg 20)
  • Privé Waggis, mit wunderschönem Dekor vom Basler Künstler «Däge», hier geht es richtig rund (Steinenvorstadt 53) ► Detailbeschreibung
  • Rumpel, mehr als ein Cliquenkeller – eine richtige Cliquen-Liegenschaft, (Pfeffergässlein 11) ► Detailbeschreibung
  • Primidoofe, unser Geheimtipp 2016 in der Nähe der Laternenausstellung (Martinsgasse 13)
  • Luscht-Melch, immer proppevoll und eine echt spezielle Sehenswürdigkeit (Steinenvorstadt 69
 

Bermuda-Dreieck (Abend)

 

Jedem Tambour leuchten die Augen, spricht man ihn aufs sogenannte «Bermuda-Dreieck» an. In der Schneidergasse, so ungefähr zwischen Restaurant «Gifthüttli» und dem «Chateau Lapin» (Hasenburg) stehen Sie ziemlich richtig. Wie uns aus einschlägigen Kreisen berichtet wird, sei man hier einst von Lokal zu Lokal gezogen. Da so manch einer bei dieser «Beizenkehre» einen über den Durst trank, nannte der Volksmund den Ort bald «Bermuda-Dreieck», nach dem mysteriösen Ort, wo so manches «Schiff» von der Bildfläche verschwand – mindestens zeitweilig ...! Nun, wie es hier an den Fasnachtsabenden abgeht, ist wohl unschlagbar! Gehen Sie hin, machen Sie Ihre Erfahrungen selbst … (wenn Sie es durch die Menschenmassen schaffen …)! Und wenn Sie gleich in der Gegend sind: Drängeln Sie sich die Schneidergasse hinauf zum Hotel Basel, immer der Nase nach. Denn hier vor dem Hotel steigt Ihnen der Duft von Käseschnitten in die Nase, die besten Käseschnitten von Westeuropa (inklusive Mongolei), sagen eingefleischte Fasnächtler! Verantwortlich für die beeindruckende Käseschnitten-Akkordproduktion ist Pierre Schaub, in Basel liebevoll «dr Kääs-Pierre» geheissen. Probieren!  

 

Und übrigens …

 

Ein Abstecher ist zudem «s Schoofegg», das Restaurant Schafeck, wert. Hier trifft sich die halbe Fasnacht …! Ein doch besonderes Lokal. Kult, wie man in Basel zu sagen pflegt. «s Schoofegg» finden Sie im Kleinbasel, im Schafgässlein 7.

 

An der Theaterstrasse 12 (gleich beim Stadttheater) geht auch dieses Jahr wieder ein «Fasnachts-Event» der etwas anderen Art über die Bühne: ► Keeryy/Keeruum/Keeruus. Idee ist den aktiven sowie passiven Fasnächtlern in einem fasnachtsbezogenen Dekor die Möglichkeit zu geben, sich zu treffen, sich auszutauschen und auch in grösseren Gruppen zu feiern und zu tanzen. Im Weiteren möchten die Organisatoren den Cliquen, Guggen und Wäägeler eine zentrale Plattform für diverse Fasnachtsdarbietungen ermöglichen und dementsprechend die Basler Fasnacht und deren Kultur um einen weiteren Höhepunkt bereichern. Die Hallen sind am Montag, Dienstag und Mittwoch ab dem späteren Nachmittag bis in die frühen Morgenstunden geöffnet.

 
 

Der Fasnachtsmittwoch (8. März 2017)

Und nochmals von vorne …

 

Im Grossen und Ganzen ist der Fasnachtsmittwoch die Wiederholung vom Fasnachtsmontag, abgesehen selbstverständlich vom Morgenstreich. Lohnend ist er aber allemal – und man sollte nicht vergessen, am Mittwochabend liegt das Ende der diesjährigen Fasnacht schon fast zum Greifen nah …

 

Cortège (offiziell 13:30 Uhr, eher aber 14:00 Uhr bis nach 16:00 Uhr)

 

► Details siehe Montag.

 

Schääsede (ab 17:00 Uhr)

 

Am frühen Mittwochabend bietet sich nun die Möglichkeit, sich in Ruhe die unzähligen von Pferden gezogenen Chaisen (Kutschen) zu bewundern. Die Chaisen treffen ab 17 Uhr am Blumenrain (beim Hotel Les Trois Rois) ein und drehen ab 18 Uhr eine gemeinsame Ehrenrunde. Eine ganz besondere Empfehlung!
  

Schnitzelbänke / «Schnitzelbängg» (Abend)

 

► Details siehe Montag.

 

«S’Gässle» (besonders am Abend)

 

► Details siehe Dienstag.

 

Cliquenkeller (besonders am Abend)

 

► Details siehe Dienstag

 

Bermuda-Dreieck (Abend)

  
► Details siehe Dienstag.

 
 

Der Donnerstag (9. März 2017)

Adie Fasnacht

 

Um 04:00 Uhr ist alles vorbei. «Dr Ändstraich», als Pendant zum Morgenstreich, beendet die Basler Fasnacht. Das Ganze ist nicht organisiert. Die Cliquen treffen sich in der Innerstadt wieder, wenn man so will ähnlich wie zum Morgenstreich. Ein letzter Marsch wird getrommelt und gepfiffen und dann, ja dann legt sich «Frau Fasnacht» nach 72 wunderbaren Stunden, eben um punkt 04:00 Uhr, schlafen. Das war's! Adie Fasnacht!

 

Chluriverbrennung (Sissach: 19:30 Uhr)

 

Obwohl nicht zur Basler Fasnacht gehörend, aufgrund der Tradition der ► Feuerbrauchtumsanlässe an dieser Stelle aber trotzdem erwähnt: Die Chluriverbrennung, der Tradition entsprechend das Ende der Sissacher Fasnacht. Für die aktiven Fasnachtstreibenden Sissachs ist dies der letzte Abend, bevor die 5. Jahreszeit ein Ende nimmt, und das Alltägliche von neuem beginnt. Wenn man so will, wird die Fasnacht offiziell zu Grabe getragen, indem man die Strohpuppe namens Chluri verbrennt. Der Trauermarsch startet beim Primarschulhaus und führt über die Sonnenkreuzung, via Rheinfelderstrasse bis zum Richtplatz auf der Allmend. Die Verbrennung des mittlerweile gigantischen Chluris erfreut sich einer Heerschar von Besuchern und ist für so manchen auch das heimliche Highlight der hiesigen Fasnacht. Mit den Worten «Adie Chluri – adie Fasnacht» beendet der wie immer anonyme und bestens informierte Leichenredner das Spektakel und informiert alle Beteiligten über die Vorkommnisse der letzten Tage. 

 

Weitere Informationen

 

► «Von Feuerbrauchtum und der Basler Fasnacht» (Artikel)

 
 

Und zum Schluss ...

... ein paar wichtige und nützliche Informationen!

 

Bitte halten Sie sich an die «Spielregeln»!

 

Das Wichtigste: Besucherinnen und Besucher können sich von der eigenartigen Mischung aus Lebensfreude und Melancholie, aus Totentanz und Mummenschanz anstecken und mitreissen lassen; aktiv an der Fasnacht mitzumachen, ist für Auswärtige allerdings nicht möglich.
 
Es gibt an der Fasnacht fast keine Vorschriften und Verbote. Trotzdem gibt es «Spielregeln», an welche man sich ganz einfach hält. Bitte beachten Sie folgende Punkte:

  

  • Man fotografiert nicht mit Blitzlicht!
  • Man trägt eine Fasnachtsplakette (überall erhältlich, auch bei freien Händlern: Kupfer zu CHF 8.00, Silber zu CHF 16.00, Gold zu CHF 45.00 und «s’Bijou» zu CHF 100.00) 
  • Man kreuzt keine Formationen!
  • Man besäuft sich nicht!
  • Keine geschminkten Gesichter, keine Pappnasen und Narrenkappen!
  • Man schunkelt und grölt nicht!
  • Man lässt den Aktiven den Vortritt in den Restaurants!
  • Man nimmt keine Räppli vom Boden auf!
  • Man bewirft die Aktiven nicht mit Räppli (und auch nicht die Passiven)!
  • Man wirft keine Objekte (Orangen beispielsweise) zurück (auf Waggis-Wagen) – und auch nicht weiter ins Publikum!

 

... und besonders am Morgestraich

 

  • Man kommt pünktlich (nimmt also bereits um 03:30 Uhr seinen definitiven Platz ein)!
  • Man unterbindet sämtliche Lichtquellen!
  • Man fotografiert nicht mit Blitzlicht und beim Handy unterdrückt man dieses!
  • Man bildet keine Menschenketten!
  • Man kreuzt keine Formationen!
  • Der Regenschirm bleibt zu Hause!

 

... und zu Ihrer eigenen Sicherheit

 

  • Keine Handtaschen und auch nicht zuviel Geld und Wertgegenstände mitnehmen!
  • (Eher) keine Kontaktlinsen tragen!
  • Warm kleiden und flache Schuhe tragen!
  • Das Brauchtum heisst «Basler Fasnacht» oder besser gesagt «Baasler Faasnacht» und nicht «Baseler Fastnacht» …!  
 
 

Apropos Plakette ...

Wie trägt man eigentlich die Fasnachtsplakette vor der Fasnacht korrekt, «normal» oder auf den Kopf gedreht? Eine Frage, die jedes Jahr von neuem die Gemüter erhitzt. Und eigentlich weiss niemand, was eigentlich die Idee sein soll, die Plakette auf den Kopf gedreht zu tragen. Nun, unser Medienpartner Telebasel ist der Frage nach «normal» oder auf «auf dem Kopf» nachgegangen und hat zur Klärung bei Fasnachts-Experten nachgefragt. Das Resultat: Man trägt «d Blaggedde» ganz «normal», vor und auch während der Fasnacht. Aus Respekt gegenüber dem Plakettenkünstler, so die einhellige Meinung der Experten. Schauen Sie sich den ► Beitrag innerhalb der Nachrichtensendung 7VOR7 vom 19. Februar 2012 an! 

 
BASEL INSIDER Patronat
 
BASEL INSIDER Potronatsträger: VISIT BASEL
 
BASEL INSIDER Potronatsträger: Pro Innerstadt Basel
 
BASEL INSIDER auf Facebook
 
BASEL INSIDER auf Facebook
 
BASEL INSIDER Hauptsponsoren
 
BASEL INSIDER Hauptsponsor: Paphos Weine GmbH
 
BASEL INSIDER Hauptsponsor: barfi.ch
 
BASEL INSIDER Cosponsoren
 
BASEL INSIDER Partner: Buchhandlung Bider & Tanner
 
BASEL INSIDER Co-Sponsor: Basler Fyynkoscht GmbH
 
BASEL INSIDER Co-Sponsor: Brauereirestaurant Linde
 
BASEL INSIDER Cosponsor: Restaurant Rubino
 
BASEL INSIDER Cosponsor: Grassi & Co. AG
 
BASEL INSIDER Partner
 
BASEL INSIDER Partner: RTV 1879 Basel
 
BASEL INSIDER Partner: 16 Jahre Basler Kulturfloss auf dem Rhein: 28. Juli bis 15. August 2015
 
BASEL INSIDER Partner: Theater Basel
 
BASEL INSIDER Partner: Swiss Smart Map
 
BASEL INSIDER Partner: Blues Festival Basel
 
BASEL INSIDER Partner: Em Bebbi sy Jazz: 21. August 2015
 
BASEL INSIDER Partner
 
BASEL INSIDER Medienpartner: Telebasel
 
BASEL INSIDER Partner: The Basel Journal
 
BASEL INSIDER Medienpartner: RegioBasel Eventkalender
 
BASEL INSIDER Gönner
 
BASEL INSIDER Hauptsponsor: VISIT BASEL FANCLUB
 
BASEL INSIDER
 

Wir danken Ihnen, dass Sie die Urheberrechte an den Inhalten, Bildern und Logos innerhalb dieser Website beachten!

 

BASEL INSIDER © VISIT BASEL AG • CH-4051 Basel